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Archive for Juli 2010

Ed Schein wird im Rahmen der Leadership-Series der Bertelsmann-Stiftung am 14. und 15. Oktober nach Deutschland, Berlin kommen. Eine vermutlich seltene Gelegenheit, den Alt-Meister der Prozessberatung persönlich erleben zu können.

Einen ersten Eindruck, von  dem, was in seinem Buch „Helping“ an neuen Aspekten für die Prozessberatung drin steckt, wollen Sie sich vielleicht anhand dieses youtube-Videos machen.

Wenn ich den Erkenntnisgewinn in einem Stichwort nennen will: der dialogische Aspekt im prozessberaterischen Verhalten von Führungskräften.

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Lassen Sie uns einmal davon ausgehen, dass folgender Leitsatz für jede Begegnung mit anderen gilt:  

Menschen verhalten sich völlig logisch –
vor dem Hintergrund ihrer Wahrnehmung und Beurteilung der Realität und
vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Ziele, Werte und Interessen.
(Christian R. Weisbach)

Oder, falls das für Sie eingängiger sein sollte, dieselbe Aussage in anderer sprachlicher Form:

Jeder Mensch
handelt in jeder Situation
stets optimal –
unter Berücksichtigung
der ihm zur Verfügung stehenden Informationen.
(Christian R. Weisbach)

Dann hat das für kollektives Verhalten in Organisationen bzw. in Gruppen/ Systemen dramatische Folgen:

  1. Jeder hat Angst vor Gesichtsverlust.
  2. Deshalb bemüht sich jeder darum,
    das Gesicht des anderen
    nicht zu beschädigen.
  3. Um den anderen so zu verpflichten,
    einem selbst keinen Gesichtsverlust zuzufügen.

‚Der‘ Psychiater bzw. Anti-Psychiater des letzten Jahrhunderts (Jahrtsausends?), Ronald D. Laing hat das in seinem Buch „Knoten“ dann so formuliert:

Sie spielen ein Spiel.
Sie spielen damit, kein Spiel zu spielen.
Zeige ich ihnen, dass ich sie spielen sehe, dann breche ich die Regeln,
und sie werden mich bestrafen.
Ich muss ihr Spiel,
nicht zu sehen, dass ich das Spiel sehe,
spielen.

Nach diesem Prinzip der Kollusion entstehen also ‚Tabus‘ (in Organisationen …) wie auch zwischenmenschlich.

Die Lösung?
Das Tabu aussprechen und gleichzeitig als solches kennzeichnen und den Ärger des anderen über das Ansprechen explizit erlauben. Oder kurz und knapp: double-bind-Botschaften senden.
Wie? So:

Wahrscheinlich spreche ich jetzt ein Tabu an und verärgere Sie, wenn ich für mich sage: Ich halte die Situation XYZ aus den Beobachtungen und Interpretationen A, B und C für dringend lösungsbedürftig.

Mit dem ersten Satz oben erlaube ich einerseits den Widerstand („verärgere Sie“), damit muss die/ der andere diesen aber nicht mehr zwingend aufrechterhalten, da ich den Widerstand ja schon wahrgenommen habe.
Oder der Widerstand und Ärger wird beibehalten, dann ist gleichzeitig klar, dass nicht ich, sonder nur mein Gesprächspartner etwas für eine konstruktive Wendung tun kann. Es ‚ist‘ ja sein/ ihr Ärger.
Oder es ist kein Widerstand vorhanden und wir können uns sofort der Lösung von Situation XYZ zuwenden.
Egal wie also, in jedem Fall geht es im Dialog voran.

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